QUALIFIZIERUNGSKONZEPTION

In dieser Qualifizierungskonzeption des Tagesmütter- und Elternverein im Landkreis Biberach e.V. ist die Fortbildung zur qualifizierten Tagespflegeperson beschrieben. Diese basiert auf der Grundlage der Verwaltungsvorschrift vom 15.12.2013 des Landes Baden-Württemberg und den Vorgaben des Landesverbandes für Kindertagespflege.

Seit dem 01.01.2011 müssen Personen ohne pädagogische Ausbildung 160 Unterrichtseinheiten absolvieren um als qualifizierte Tagespflegeperson zu gelten. Die 160 Unterrichtseinheiten verteilen sich auf vier Kurse, die in der Beratungsstelle am Zeppelinring 26 stattfinden und zwei Treffen in der jeweiligen Regionalgruppe. Abgeschlossen und bestanden ist die Ausbildung, wenn eine schriftliche Konzeption erstellt und die mündliche Prüfung abgeschlossen ist.

Außerdem müssen die TeilnehmerInnen bei 90 % der Veranstaltungen anwesend sein.

Das Kurssystem basiert nach wie vor auf dem Curriculum des Deutschen Jugendinstituts von 2008 und behandelt alle 48 Kapitel im Zeitraum von einem bis längstens zwei Jahren. Die Regionalgruppentreffen werden als Fortbildung (Kurs V) anerkannt, wenn sie von einer pädagogischen Fachkraft angeleitet werden.

In Absprache mit dem Jugendamt des Landkreises Biberach werden weiterhin externe Veranstaltungen vom Jugendamt selbst, der Elternschule und ähnlicher Institutionen als Fortbildung anerkannt, wenn sie pädagogische Inhalte mit relevanten Themen zur Tagespflege behandeln. Außerdem können Tagespflegepersonen die vor 2011 ihre Kurse im Tagesmütterverein absolviert haben, Teile oder einzelne Themen aus Kurs III und IV als Fortbildung belegen. Dazu ist immer eine schriftliche Voranmeldung erforderlich. Über die Themen des DJI-Curriculums hinaus, bemühen wir uns aktuelle Fragestellungen und ergänzende Materialien in die Kurse einzuarbeiten und die Fragen und Erfahrungen unserer Tagesmütter zu berücksichtigen um lebendige und praxisnahe Lernprozesse zu ermöglichen.

Am 01.07.2011 hat der Tagesmütter- und Elternverein im Landkreis Biberach e.V. das Gütesiegel zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen verliehen bekommen. Damit wurde uns bestätigt der Tagesmütterverein die Qualitätskriterien des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales Baden Württemberg erfüllt. Am 01.10.2014 wurde uns das Gütesiegel rezertifiziert.


KURS I: VORBEREITUNGSKURS (30 UE)

  1. Einführungsabend; Vorstellung des Vereins und der Mitarbeiter Gruppenregeln, Schweigepflicht, Erwartungen, Motivation... (1/2/41)
  2. Aufsichtspflicht, Sicherheit, Schutzauftrag (15/23)
  3. Ein Kind in zwei Familien & rechtl. Grundlagen (5/3)
  4. Auftrag /eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig, Rechtl. Grundlagen (9)
  5. Aufgaben und Alltag der Tagespflegeperson (4)
  6. Erstkontakt, Zusammenarbeit mit den Eltern (7)
  7. Vertrag, Rechtliche Grundlagen (8)
  8. Eingewöhnungsphase (6)
  9. Nicht nur zwischen Tür und Angel (39)
  10. Zwischenbilanz (10)

Dieser Kurs muss vor der Aufnahme eines Tageskindes zu 90% absolviert werden. Vor und während des Kurses erfolgt die Eignungseinschätzung der KursleiterInnen des Tagesmütter- und Elternvereins im Landkreis Biberach e.V. Der Pflegekinderdienst des Jugendamtes erteilt nach erfolgreicher Kursteilnahme und einem Hausbesuch die Pflegeerlaubnis nach § 43 SGB VIII. Die Eignung der Räumlichkeiten der Tagespflegeperson wird durch den Pflegekinderdienst geprüft. Außerdem muss für die Pflegeerlaubnis ein Kurs „Erste Hilfe am Kind“ mit 9Unterrichtseinheiten absolviert werden. Dieser Kurs wird vom Tagesmütter & Elternverein angeboten, kann aber auch extern gemacht werden.


KURS II: BASISKURS (32 UE)

  1. Eine gute Entwicklung – was gehört dazu (12)
  2. Soziales Lernen, Wahrnehmen, Beobachten (13)
  3. Kinder sind verschieden (14)
  4. Bevor der Kragen platzt (20)
  5. Würde des Kindes, schwierige Erziehungssituationen (21/22)
  6. Bildungsauftrag in der Tagespflege/Kinder und Medien (24/30)
  7. Kooperation mit den Eltern (34)
  8. Wie wurde ich erzogen…wie erziehe ich? (18)
  9. Gesundheit, Ernährung & Lebensmittelhygiene (16/17)

& schriftliche Ausarbeitung: Beobachtungsaufgabe
& schriftliche Ausarbeitung: Mein Angebot

Dieser Kurs muss von allen Tagespflegepersonen ohne pädagogische Ausbildung zu 90% belegt werden. Personen die nach §7 KiTag als pädagogisches Personal und Zusatzkräfte gelten, sind von den Kursen II-IV befreit. Bei den Zusatzkräften nach §7 KiTag müssen die Bedingungen zur Eignung im Einzelfall geprüft werden. In der Regel absolvieren auch die Fachkräfte und geeignete Zusatzkräfte Kurs II, da hier die ersten Erfahrungen nach der Aufnahme eines Tageskindes thematisch aufgearbeitet werden.


KURS III: AUFBAUKURS (40 UE)

SPIELPÄDAGOGIK

  1. Beziehung im Spiel (26)
  2. Spielorte u. Entwicklungsräume (27)
  3. Alltag spielerisch gestalten, Kinder brauchen Bücher (28/29)

KONFLIKTMANAGEMENT

  1. Konstruktiver Umgang mit Konflikten (40)

FRÜHKINDLICHE ENTWICKLUNG

  1. Im Dialog mit Säuglingen und Kleinkindern (11)
  2. Einführung in die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung
  3. Bildungsauftrag mit Ansätzen der neuen Hirnforschungserkenntnisse (25)
  4. Bindungstheorien am Bsp. Eingewöhnung (6)
  5. Merkmale von Fremdbetreuung; Ansätze v. L. Ahnert

§ 8a SGB VIII: VERHALTEN BEI KINDESWOHLGEFÄHRDUNG

  1. Schutzauftrag nach §8a SGB VIII Umgang mit Kindeswohlgefährdung (23)

BERUFSBILD IN DER KINDERTAGESPFLEGE

  1. Beruf Tagesmutter/Tagesvater, Kinderfrau und Betreuung in anderen Räumen (42)

Teile von Kurs III und IV können als Fortbildung gebucht werden für die Tagespflegepersonen die vor 2011 ihre Ausbildung begonnen haben.


KURS IV: ABSCHLUSSKURS (52 UE + 6 UE REGIONALGRUPPE)

RECHT & VERNETZUNG

  1. Rechtliche Grundlagen (43)
  2. Vorbereitung auf die Konzeption
  3. Sicherheit und Aufsichtspflicht (15)
  4. Vernetzung und Kooperation (44)

KOMMUNIKATION, FÖRDERUNG & SELBSTREFLEKTION

  1. Beziehung zum Tageskind positiv gestalten - 5 UE (19)
  2. Kinder fördern – Haushalt managen (32)
  3. Abschied vom Tageskind (33)
  4. Mutterrolle/Vaterrolle (36)
  5. Nähe und Distanz (35)
  6. Bildungsthemen (Sprachförderung) (25)
  7. Kommunikation in der KTP/Schweigepflicht (37/41)
  8. Kommunikation In der KTP (38)
  9. Tageskinder – eigene Kinder (31)
  10. Aus welchen Quellen schöpfe ich (45)

VORBEREITUNG AUF DAS KOLLOQUIUM

  1. Kursreflektion (46)
  2. Vorbereitung des Abschlusskolloquiums (47)
  3. Abschlussabend - 2 UE (48)

& Kolloquium
& 6 UE in Austauschgruppen (Regionalgruppen) durchgeführt von Ricarda Walz


KURS V JÄHRLICHE FORTBILDUNG (15 UE)

In Absprache mit dem Kreisjugendamt und entsprechend der Vorschriften der aktuellen Verwaltungsvorschrift können als Fortbildung anerkannt werden:

  • Stammtische und Regionaltreffen mit fachpädagogischer Leitung und Themen nach Absprache
  • Externe Veranstaltungen mit Themen zu pädagogischen Fragestellungen (Kurse vom Jugendamt oder Familienbildungsstätten u.ä.)
  • Teil der Kurse III und IV nach schriftlicher Anmeldung, wobei je nach Thema zum Teil mehrere Abende belegt werden müssen.